Waffen für die Ukraine

In einem vorigen Blog-Beitrag „Kalaschnikows für Terroristen“ hatte ich über eine Dokumentation über den Waffenschmuggel in Europa berichtet [1]. In dieser Dokumentation wurde der Schmuggel von gebrauchten Kleinwaffen aus den Krisengebieten des Balkans nach Deutschland untersucht. Dabei wurde offenbar wie einfach es ist in Europa Waffen zu schmuggeln. Doch offenbar werden auch neuwertige und hochmoderne Waffen innerhalb Europas in die Krisenregion Ukraine geschmuggelt. Nachfolgende Bilder wurden von prorussischen Hacktivisten der CyberBerkut auf der Website „Stimme von Sewastopol“ veröffentlicht [2]. Auf diesen Bildern sind Milizsoldaten des ultranationalistischen Regiments Azow mit ihren Schusswaffen zu sehen.
Bild 1: Milizsoldat des Regiments Azow mit modernen Schusswaffen aus westlicher Produktion

Bild 1: Milizsoldat des Regiments Azow mit modernen Schusswaffen aus westlicher Produktion (Quelle [2])

  Auf Bild 1 sind zwei moderne Gewehre westlicher Produktion zu erkennen. Es handelt sich hierbei um einen Halbautomaten HK SL8 mit 10-Schuss-Magazin (Kaliber .223) und einen Karabiner M40A5 (Kaliber .308) mit Picatinny-Schiene und Fernrohr (vermutlich Schmid & Bender). Der Halbautomat von Heckler & Koch wurde eigentlich als Waffe für das sportliche Schiessen konzipiert und ist für eine Gefechtsfeldwaffe eher untypisch, da es nicht möglich ist Feuerstöße abzugeben. Der Karabiner M40A5 wurde ursprünglich für Scharfschützen des US Marine Corps konzipiert, erfreut sich aber auch bei Jägern großer Beliebtheit. Bemerkenswert ist auch die gelb-schwarze Munitionsschachtel im Bild. Solche Art der Munition ist eher für Jäger üblich als für militärische Einsätze.
Bild 2: Faustfeuerwaffe des Regiments Azow (Quelle: [2])

Bild 2: Faustfeuerwaffe des Regiments Azow (Quelle: [2])

  In Bild 2 ist eine Glock 18 zusammen mit dem Emblem des Azow-Regiments dargestellt. Für eine Schusswaffe, die im Gefechtsfeld genutzt wird ist sie in einem bemerkenswert guten, nahezu neuwertigen Zustand.
Bild 3: Milizsoldat des Regiments Azow mit AR16 (Quelle: [2])

Bild 3: Milizsoldat des Regiments Azow mit AR16 (Quelle: [2])

    Der Milizsoldat in Bild 3 hält ein Gewehr AR16 auf seinem Schoß. Soweit man an Hand des Bildes feststellen kann handelt es sich auch hierbei um eine neuwertige Waffe.  
Bild 4: Milizsoldaten des Regiments Azow mit Schusswaffen. Auf dem Boden liegen mindestens Gewehrfutterale (Quelle: [2])

Bild 4: Milizsoldaten des Regiments Azow mit Schusswaffen. Auf dem Boden liegen mindestens Gewehrfutterale (Quelle: [2])

  Bild 4 zeigt zwischen den beiden Milizsoldaten auf den Boden liegende Gewehrfutterale. Solche Futterale sind im militärischen Umfeld eher untypisch. An diesen Bildern sind mehrere Fakten sehr interessant. Das Regiment Asov ist eine paramilitärische Miliz, die sich aus Freiwilligen rekrutiert und direkt dem ukrainischen Innenministerium bzw. der Nationalgarde unterstellt ist. In der Regel werden diese Milizen mit den für Osteuropa typischen und preislich günstigeren Waffen russischer Bauart ausgestattet. In einigen Fällen - hohe Dienstkader oder Scharfschützen – werden diese auch mit Waffen westlicher Bauart ausgestattet. Die teuren westlichen Waffen und die Munitionsschachtel in Bild 1 sowie die Gewehrfutterale in Bild 4 deuten darauf hin, dass es sich hier um eine Scharfschützeneinheit handeln könnte. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass diese Milizsoldaten mit der deutschen HK SL8 ausgerüstet sind, denn geltende deutschen Gesetze verbieten den Export von Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete. Entweder wurde das Gewehr HK SL8 ohne Ausfuhrgenehmigung oder aber mit Ausfuhrgenehmigung des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in die Ukraine verbracht. In beiden Fällen wäre diese Waffe illegal exportiert worden. Sollten die HK SL8 mit Genehmigung des BAFA exportiert worden sein so würde dies ein katastrophales Licht auf die deutsche Politik werfen, denn die Mitglieder des Regiments Azow sind ultrarechte ukrainische Nationalisten die sich selbst in die Nähe des Nationalsozialismus verorten und mit nationalsozialistischen Symbolen schmücken. In diesem Zusammenhang ist auch die Uniformierung der Milizsoldaten bemerkenswert denn die Milizsoldaten tragen Stirnbänder bzw. Embleme der Terrororganisation ISIS, vermutlich handelt es sich dabei um Söldner aus Tschetschenien. Auf der anderen Seite kämpfen diese Nazi-Islamisten ja gegen den bösen Russen und für Jazeniuk und Poroschenko und damit für die Interessen der NATO und der EU-Kommission. Dann muss ja alles Rechtens und in Ordnung sein. Meiner Meinung nach ist es eine unbegreifliche Schweinerei, dass NATO, EU-Kommission und die Bundesregierung mit dem faschistischen Regime und damit mit deren Terrormilizen in der Ukraine gemeinsame Sache machen und einen neuen Kalten Krieg mit Russland provozieren. Andererseits sind sich weder die EU-Kommission noch die Bundesregierung zu Schade den privaten Waffenbesitz weiter einzuschränken, weil ja so viele Menschen durch legale Waffenbesitzer zu Tode gebracht werden. Damit demonstrieren die EU-Kommission und die Parteien im Bundestag deutlich ihre heuchlerische Weltsicht. Quellennachweis: [1] Schussendlich: „Kalaschnikows für Terroristen“ in: http://volkert.caliber-corner.de/2016/02/07/kalaschnikows-fuer-terroristen/; Stand: 07.02.2016 [2] serg_sys (Stimme von Sewastopol): „Allah Azow“ in: http://voicesevas.ru/news/ukraine/19484-allah-Azow.html; Stand: 04.01.2016
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