Was machen wir eigentlich in Syrien?

Dafür gestimmt haben sie fast alle. Dafür gestimmt, das heißt für den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Syrien. Und „fast alle“ waren fast alle Abgeordneten des Bundestags. Wie ich schon vor Kurzem berichtet habe wurde im Bundestag der Einsatz der Bundeswehr im Syrienkrieg beschlossen [1].

Bemerkenswert war das offensichtliche Desinteresse vieler Parlamentarier an den Beratungen zu diesem wichtigen Thema. Bis kurz vor Schluss der Debatte blieb ein großer Teil der Plätze im Plenarsaal unbesetzt. Erst zur Abstimmung füllte sich der Plenarsaal. Angesichts dieser Tatsache stellte sich mir die Frage, wie die fehlenden Abgeordneten eigentlich ihre Meinung gebildet haben. Wie nun ein Beitrag des politischen Satiremagzins extra3 belegt scheinen sich manche Abgeordneten keine Meinung (eigene) gebildet zu haben, was sie nicht gehindert hat für den Kriegseinsatz zu stimmen [2]. Offenbar haben einige Abgeordnete recht bizarre Ansichten über den Syrienkrieg für den sie gestimmt haben.

 

 

Irgendwie ist es eigenartig, dass für viele Politikern jede Gesetzesverschärfung gerade recht und billig ist um den legalen Waffenbesitz strenger zu regulieren, schließlich ist ja jeder Tote durch Legalwaffen ein Toter zu viel. Andererseits wird ein Militäreinsatz, bei dem es unweigerlich Tote geben muss, leichtfertig beschlossen.

Quellennachweis:

[1] Schussendlich: „Die Zuverlässigkeitsüberprüfung gemäß Waffenrecht“ in: http://volkert.caliber-corner.de/2015/12/27/die-zuverlaessigkeitsueberpruefung-gemaess-waffenrecht/; Stand: 27.12.2015

[2] extra3 / NDR (youtube.com): „Klaas Butenschön fragt Bundestagsabgeordnete: Was machen wir eigentlich in Syrien?“ in: https://www.youtube.com/watch?v=0vfAdFuR6uM; Stand: 22.01.2016

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