Der Täter wird zum Opfer verklärt

Vor zwei Wochen wurde ein Einbrecher, der sich mit massiver Gewaltanwendung Zutritt in ein Haus verschafft hatte von einem bewaffneten Hausbewohner erschossen [1]. In diesem Fall geht auch die Staatsanwaltschaft inzwischen von einer klaren Notwehrhandlung aus [2]. Wie ich bereits vor zwei Wochen vermutet hatte wird nun der tote Einbrecher von einigen verqueren Zeitgenossen zum Opfer stilisiert während dem eigentliche Opfer des Einbruchs von eben diesen Zeitgenossen Mord vorgeworfen wird. In Youtube ist aktuell ein bemerkenswertes Video aus einer Nachrichtensendung des NDR zu finden, in welchem das seltsam verdrehte Rechtsverständnis dieser Zeitgenossen dokumentiert wird [3]. Seitdem der Einbrecher erschossen wurde versammeln sich an der Stelle an dieser erschossen wurde täglich trauernde Freunde. Ein paar knappe Bemerkungen zweier junger Damen der Trauergemeinde offenbaren einen geradezu erschütternden Realitätssinn. Eine Dame bezeichnet den 63-Jährigen Schützen als Mörder, da dieser den Einbrecher einfach umgebracht hat. Offenbar kann sich diese Dame nicht erklären weshalb ihr Freund erschossen wurde, denn schließlich war er „der tollste Mensch den man sich vorstellen kann“. Eine andere Dame meint dazu: „Jeder Mensch hat Sünden, macht Fehler. Aber das ist nicht gleich ein Grund einen Menschen umzubringen.“ Dabei blenden beide Damen einige wichtige Fakten aus: Der tollste 25-Jährige Mensch, den man sich vorstellen kann, hat die kleine Sünde eines gewaltsamen Einbruchs begangen und wurde dabei von seinem 63-Jährigen Opfer in Notwehr erschossen. Dass der tolle Einbrecher nicht ganz ungefährlich war kann angenommen werden, da dieser der Polizei bereits als Intensivtäter bekannt. Dutzende Gewaltakte sollen aktenkundig sein. Zuletzt musste der 25-Jährige Einbrecher eine fünfjährige Haftstrafe wegen schweren Raubes abbüßen. Der Einbrecher war tatsächlich erst einen Monat vor dem Einbruch und seinem Tot aus der Haft entlassen worden. Den Zeitgenossen, die den toten Einbrecher nun zum Opfer verklären kann ich nur eine abgrundtiefe Naivität, oder eine ganz bewusste Irreführung der Öffentlichkeit mittels einer perfiden Relativierung der Straftat unterstellen. Die Freunde des toten Einbrechers scheinen es auch nicht all zu genau mit Recht und Gesetz zu nehmen, haben sie doch das Fernsehteam, welches die Beerdigung filmen wollte angegriffen und dabei einen Reporter leicht verletzt. Auch der Mann der den Einbrecher erschossen hat muss nun in Angst vor den Freunden des toten Einbrechers leben und traut sich kaum noch aus seinem Haus heraus. In diesem Fall muss man aber auch den „Qualitätsmedien“ und hier ganz besonders der BILD Mitschuld an der Entwicklung geben, denn schließlich waren sie es auch, die den Tatort ganz genau schilderten und sogar das Haus des Opfers abbildeten, so dass es auch dem schwachsinnigsten Zeitgenossen nicht schwer gefallen sein dürfte diesen auch tatsächlich zu finden. Bravo liebe Qualitätsmedien, nun habt ihr es tatsächlich geschafft dem 63-Jährigen Einbruchsopfer das Leben schwer zu machen, indem ihr ihm diese sogenannten Freunde des Toten fahrlässiger Weise auf den Hals gehetzt habt. Quellennachweis: [1] Schussendlich: „Der Notwehrfall von Hamburg“ in: http://volkert.caliber-corner.de/2015/06/30/der-notwehrfall-von-hamburg/; Stand: 30.06.2015 [2] Anastasia Iksanov und Marius Röer (Morgenpost Online): „Moustapha A. (✝25): Das ist der erschossene Räuber von Jenfeld“ http://www.mopo.de/polizei/wollen-die-angehoerige-nun-rache—moustapha-a—-25—das-ist-der-erschossene-raeuber-von-jenfeld,7730198,31055242.html; Stand: 27.06.2015 [3] Gangsterland (Video vom NDR): „Schwarzer Intensivtäter in Hamburg abgeknallt! "Gaza General" aus Niger erschossen“ in: https://www.youtube.com/watch?v=6n6yAHomlho; Stand: 15.07.2015 [4] Thomas Röthemeier (Bild.de): „Mutmaßlicher Einbrecher in Hamburg erschossen!“ in: http://www.bild.de/news/inland/schiesserei/in-hamburg-jenfeld-mutmasslicher-einbrecher-getoetet-41480916.bild.html; Stand: 24.06.2015
%d Bloggern gefällt das: