Amokfahrt durch Graz

Heute ereignete sich in Graz (Österreich) eine dramatische Amokfahrt, dabei wurden drei Menschen getötet und zahlreiche weitere teils schwer verletzt [1]. Der Fahrer eines Geländewagens fuhr mit bis zu 100 km/h durch die Innenstadt von Graz. Offenbar hatte es der Fahrer ganz bewusst auf Fußgänger abgesehen. Der Täter blieb unverletzt und ließ sich offenbar auch widerstandslos festnehmen. Die Österreichische Presse bezeichnet diese Tat als das was sie ist: Amokfahrt. Allerdings offenbart mindestens der Artikel in der Krone auch Mitgefühl mit dem Täter. Zitat: „Es handelt sich um eine Psychose mit Ausgang im Familienleben“. Damit wird der Täter selbst zum Opfer stilisiert. Im Vergleich zu Taten wie in Erfurt und Winnenden zeigt die Presse in diesem Fall  überraschend viel Empathie für den Täter. Vielleicht liegt das daran, dass der Täter das Massaker mit einem „harmlosen“ Auto statt einer „lebensgefährlichen“ Schusswaffe anrichtete? Den Opfern und Hinterbliebenen dürfte eine solche feinsinnige Unterscheidung vermutlich egal sein, denn im Endeffekt wurden mit dieser Tat Menschenleben irreversibel zerstört.

Quellennachweis:

[1] Kronen Zeitung: „Graz: Mit Geländeauto ein Blutbad angerichtet“ in: http://www.krone.at/Steiermark/Graz_Mit_Gelaendeauto_ein_Blutbad_angerichtet-Taeter_-26-_in_Haft-Story-458841; Stand: 20.06.2015

 

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