Polizeiliche Kriminalstatistik 2014

Vergangene Woche hat das Bundesministerium des Innern die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2014 veröffentlicht [1, 2]. Auf Seite 14 [1] steht geschrieben, dass sich der seit 2003 rückläufige Trend bei der Verwendung von Schusswaffen im Berichtsjahr weiter fortgesetzt hat. Im Berichtsjahr 2014 wurde in 4.567 Fällen mit einer Schusswaffe gedroht, dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 7,6 Prozent. In 5.018 Fällen wurde mit der Waffe geschossen (-2,6%) Bei „gefährlicher und schwerer Körperverletzung nahm die Zahl der Fälle, in denen geschossen wurde, gegenüber dem Vorjahr um 9,9 Prozent auf 690 Fälle ab. Bei Raubüberfällen konnte ebenfalls ein Rückgang um 19,9 Prozent auf 117 Fälle registriert werden. Auch die Zahl der Raubüberfälle, bei denen mit einer Schusswaffe gedroht wurde, nahm um 10,4 Prozent auf 2.211 Fälle ab. Im Folgenden wurden von mir die wichtigsten Daten aus der PKS 2014 zusammengefasst. In 2014 wurden insgesamt 6.082.064 Straftaten registriert. Im Vergleich zum Berichtsjahr 2013 entspricht dies einer Steigerung von 2%. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Gewaltkriminalität im Berichtsjahr 2014 im Vergleich zum Berichtsjahr um 2,1% verringert.
Deliktgruppe 2014 2013 Steigerung absolut Steigerung %
Straftaten insgesamt 6.082.064 5.961.662 120.402 2,0%
Gewaltkriminalität insgesamt 180.955 184.847 -3.892 -2,1%
In der Deliktgruppe „Straftaten gegen das Sprengstoff-, das Waffen und das Kriegswaffenkontrollgesetz“ wurde im Berichtsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 0,4% registriert. Dabei konnte aber bezüglich der Straftaten gegen das Waffenrecht ein Rückgang um 2,1% registriert werden.
Deliktgruppe 2014 2013 Steigerung absolut Steigerung %
Straftaten gegen das Sprengstoff-, das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz 36713 36552 161 0,4%
Straftaten gegen das Waffenrecht 30785 31440 -655 -2,1%
Straftaten gegen das Sprengstoffgesetz 5386 4612 774 16,8%
Straftaten gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz 542 500 42 8,4%
Die Anzahl der Straftaten gegen das Waffenrecht scheint mit 30.758 Delikten beunruhigen hoch zu sein, deshalb sei hier dem unkundigen Leser der Hinweis erlaubt, dass hier auch Straftaten gezählt werden, die mit sogenannten Freien Waffen (Messer, Knüppel, Schreckschusswaffen, etc.) verübt wurden. In diese Deliktgruppe fallen auch Vergehen, die nicht mit Gewaltdelikten zusammenhängen, wie z.B. Führen von Schusswaffen und Sachbeschädigung mit Schusswaffen, Deshalb werden in der nächsten Tabelle die Delikte „mit Schusswaffe gedroht“ und „mit Schusswaffe geschossen“ für die Berichtsjahre 2013 und 2014 wiedergegeben. Für beide Delikte konnte im Berichtsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr wiederum eine Reduktion der Straftaten verzeichnet werden.
Deliktgruppe 2014 2013 Steigerung absolut Steigerung %
Mit Schusswaffe gedroht 4567 4940 -373 -7,6%
Mit Schusswaffe geschossen 5153 5018 -135 -2,6%
Auch bei den schweren Straftaten (gefährliche Körperverletzung und Raubüberfälle mit Schusswaffe) konnte ein Rückgang der Delikte um ca. 10% registriert werden.
Deliktgruppe 2014 2013 Steigerung absolut Steigerung %
Gefährliche und schwere Körperverletzung mit Schusswaffe 6280 6970 -690 -9,9%
Raubüberfälle mit Schusswaffe gedroht 2211 2468 -257 -10,4%
Fazit: Obwohl im Vergleich zum Berichtsjahr 2013 in 2014 die Straftaten insgesamt um ca. 2% zugenommen haben konnten in Bezug auf Straftaten gegen das Waffenrecht in nahezu allen Bereichen ein Rückgang der Delikthäufigkeit beobachtet werden. Was aus der PKS nicht hervorgeht ist der Status der Waffen – freie Waffen, legale oder illegale Waffen – mit denen die Delikte begangen wurden. Eine solche Aufschlüsselung wird regelmäßig im Bundeslagebild zur Schusswaffenkriminalität für das jeweilige Berichtsjahr veröffentlicht. Mit dem Bundeslagebild kann voraussichtlich erst Ende Juni gerechnet werden. Es kann jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass auch bezüglich der mit behördlich genehmigten Waffen begangenen Straftaten ein Rückgang der Delikte verzeichnet wurde. Quellennachweis [1] Bundeskrimialamt: „Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2014“ in http://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2014/pks2014ImkBericht,templateId=raw,property=publicationFile.pdf//pks2014ImkBericht.pdf; Hrsg.: Bundesministerium des Innern; Stand: April 2015 [2] Bundeskriminalamt:“PKS-Straftatenkatalog 2014 - Fälle“ in: http://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2014/2014Standardtabellen/pks2014StandardtabellenFaelleUebersicht.html; Hrsg.: Bundesministerium des Innern; Stand: April 2015   Hinweis: Die mitgeteilten Daten wurden vom Bundeskriminalamt bearbeitet, vom Bundesminsterium des Innern herausgegeben und auf dem Web-Portal des BKA http://www.bka.de/ veröffentlicht. Es gilt die Datenlizenz Deutschland - Namensnennung - Version 2.0; https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0
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