Keine scharfe Waffe, kein Amoklauf?

Heute morgen kam es in einer Schule in Barcelona zu einem schrecklichen Vorfall; ein 13 Jahre alter Schüler hat bei einem School-Shooting einen Menschen getötet und vier weitere verletzt [1,2]. Der Junge konnte von der Polizei festgenommen werden, bevor er weiteres Unheil anrichten konnte. Neben der Armbrust hatte der Täte noch ein Messer dabei. Angeblich soll der Täter wiederholt damit gedroht haben alle Lehrer sowie sich selbst umzubringen. Damit erfüllt diese Tat alle Merkmale eines Amoklaufs. Seltsam ist nur, dass die Qualitätsmedien mit Ausnahme vom Stern [3] diesen Terminus nicht benutzen. Sollte es vielleicht daran liegen, dass hier keine „echte“ Schusswaffe sondern nur eine Armbrust verwendet wurde? Wo bleiben die Stimmen der Berufsempörten, die einmal mehr strengere Waffengesetze fordern? Weshalb echauffieren sich die üblichen Betroffenheitsbeauftragten nicht? Wo bleiben die Stimmen der Experten, die immer wieder behaupten nur mit scharfen Schusswaffen lassen sich Massaker anrichten? Im Mediendschungel herrscht momentan  Funkstille. Dieser Fall beinhaltet alle Kriterien: Schiesserei, Schule, ein Toter und Verletzte, Ankündigung der Tat mit geplantem Suizid. Es fehlt eben nur die  scharfe Waffe und eine Armbrust macht in den Medien eben nicht so viel her. Quellennachweis: [1] kis/AP/AFP/dpa (Spiegel Online): „Schule in Barcelona: 13-Jähriger erschießt Lehrer mit Armbrust“ in: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/barcelona-schueler-toetet-lehrer-mit-armbrust-a-1029513.html; Stand: 20.04.2015 [2] Javier Oms (El Mundo): „Un alumno irrumpe en una escuela con una ballesta y mata a un profesor y hiere a cuatro personas“ in: http://www.elmundo.es/cataluna/2015/04/20/5534b619ca4741097f8b4573.html; Stand: 20.04.2015 [3] Stern Online: „13-Jähriger erschießt Lehrer mit Armbrust“ http://www.stern.de/panorama/amoklauf-mit-armbrust-in-barcelona-schueler-erschiesst-lehrer-vier-verletzte-2188368.html; Stand: 20.04.2015
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