Der Autobahnschütze und das Waffengesetz

In Spiegel Online wird aktuell über den Prozess gegen den sogenannten Autobahnschützen berichtet [1]. Als Autobahnschütze wird der Täter bezeichnet der in den Jahren 2008 bis 2013 Hunderte Male vorwiegend auf der Autobahn auf Fahrzeuge geschossen hatte. Hierbei wurden Menschen schwer verletzt und eine Menge Sachschaden angerichtet. Beim Autobahnschützen handelt es sich offenbar nicht um einen Legalwaffenbesitzer, denn in diesem Fall wäre der Bericht vermutlich viel prominenter präsentiert und auch nicht vergessen worden darauf hinzuweisen wie leicht es ist in Deutschland eine scharfe Waffe zu erwerben. Zudem fehlen auch die üblichen Hinweise auf die ach so laxen Waffengesetze und die Forderungen nach der Verschärfung eben dieser Gesetze. Es werden keine einschlägig von Faktenwissen befreiten Experten interviewt und die üblichen Betroffenheitsbeauftragten und Moralkeuleninhaber üben sich ebenfalls in dröhnendem Schweigen. Ja nicht einmal der Mythos wird bemüht, dass jede illegale Waffe irgendwann einmal eine legale Waffe gewesen wäre. Denn der Täter, handwerklich offenbar nicht gänzlich unbegabt, hat mindestens zwei der Tatwerkzeuge selbst hergestellt. „Jetzt steht [der Täter] am Richtertisch und erklärt, wie er einen Schießkugelschreiber baute, eine Pistole des Kalibers .22, einen Schalldämpfer für diese Waffe und für eine weitere Pistole des Kalibers 9 Millimeter“ [1]. In diesem Fall scheint selbst SpOn zu erahnen, dass gegen kriminelle Energie kein Kraut gewachsen ist und selbst einschlägige Gesetze nicht helfen konnten die Taten zu verhindern. Vermutlich war der Täter auch kein Sportschütze und dementsprechend nicht den einschlägigen Einstiegsdrogen ausgesetzt [2]. Der Täter wurde offenbar auch keiner regelmäßigen Routineüberprüfung durch die Behörden unterzogen wie jeder unbescholtene Waffenbesitzer. Auch über die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition musste der Täter sich keine Gedanken machen, hat er doch seine Waffen und Munition im heimischen Garten gelagert. Vielleicht sollte mal jemand die Bundestagsfraktion der Grünen und ganz besonders Frau Mihalic, dazu auffordern eine Kleine Anfrage zu initiieren [3], welche Konsequenzen die Bundesregierung aus diesem Fall ziehen wird? Denkbar wären z.B. verdachtsunabhängige Waffenkontrollen im Zuge der Verkehrsüberwachung, oder mindestens ein Aufbewahrungsverbot für Schusswaffen im Airbag-Fach.

Quellennachweis:

[1] Benjamin Schulz (Spiegel Online): „Prozess gegen Autobahnschützen: "Ich war der Annahme, jeder Schuss ein Treffer"“ in: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/autobahnschuetze-lkw-fahrer-in-wuerzburg-vor-gericht-a-985577.html; Stand: 11.08.2014

[2] volkert: „Schießsport eine „Einstiegsdroge“ für Gewalttäter“ in: http://volkert.caliber-corner.de/2014/08/08/schiesssport-eine-einstiegsdroge-fuer-gewalttaeter/; Stand 08.08.2014

[3] volkert: „http://volkert.caliber-corner.de/2014/08/03/boese-waffen-gute-waffen/“ in: http://volkert.caliber-corner.de/2014/08/03/boese-waffen-gute-waffen/; Stand: 03.08.2014

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