Europäische Verhältnisse

Vergangene Woche konnte im Artikel „Amerikanische Verhältnisse“ nachgewiesen dass das liberale Waffenrecht in den USA sich tatsächlich auf die Gewaltkriminalität auswirkt [1]. Allerdings nicht in dem Sinne, dass ein liberales Waffenrecht zu mehr Gewaltkriminalität führt, sondern im Gegenteil je liberaler das Waffenrecht gehandhabt wurde, desto geringer die Gewaltkriminalität. Dieser Zusammenhang konnte mittels der Auswertung öffentlich zugänglicher Daten über den Waffenbesitz und die Gewaltkriminalität in den 52 Bundesstaaten der USA nachgewiesen werden. Im vorliegenden Artikel wurden die Daten über den Waffenbesitz in Europa [2] und die Gewaltkriminalität in Europa [3] ausgewertet, um festzustellen, ob auch in Europa ein so deutlicher Zusammenhang nachgewiesen werden kann wie am Beispiel USA. In der nachfolgenden Tabelle sind die entsprechenden Daten der Auswertung zusammengefasst. Die Fallzahlen geben die auf jeweils 100.000 Einwohner bezogene Anzahl der Delikte wieder. Die Fallzahlen wurden auf der Grundlage der Einwohnerzahl in den entsprechenden Ländern errechnet. Die Waffendichte ist die auf jeweils 100 Einwohner bezogene Anzahl der Schusswaffen in einem Land.

Gewaltkriminalität und Waffendichte in Europa

Gewaltkriminalität und Waffendichte in Europa

In der folgenden Grafik wurden die Daten der Fallzahlen aus der obigen Tabelle der Waffendichte gegenübergestellt. Leider kann hier nicht die im Artikel „Amerikanische Verhältnisse“ [1] beobachtete Korrelation der Daten zwischen Waffenbesitz und Deliktrate nachgewiesen werden.

Gewaltkriminalität vs. Waffendichte in Europa

Gewaltkriminalität vs. Waffendichte in Europa

Dass diese Korrelation nicht nachgewiesen werden kann bedeutet nicht, dass es sie generell nicht gibt und das Resultat aus [1] nur ein Zufall war. Vielmehr muss anerkannt werden, dass die Daten in Bezug auf den Waffenbesitz aus den USA verlässlicher sind als die Daten aus Europa. Im Fall der USA wurde die Anzahl der registrierten Waffenbesitzer angegeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Waffenbesitzer nur eine einzige oder aber eine ganze Sammlung Schusswaffen besitzt. Ob Jemand nur eine oder viele Waffen besitzt ist irrelevant. Es zählt nur, ob jemand bewaffnet ist und sein Recht und seine Leben mit einer Schusswaffe verteidigen kann. Leider liegen für Europa (noch) keine entsprechenden Daten vor wieviel Prozent der Bevölkerung tatsächlich eine oder mehrere registrierte Schusswaffen besitzt. Ein weiterer Unterschied der sich zweifellos auf die Gewaltkriminalität auswirkt ist die Tatsache, dass in den USA Schusswaffen auch zum Zweck der Selbstverteidigung erworben und in den meisten Staaten sogar geführt werden dürfen. In Europa dürfen Schusswaffen im Allgemeinen nicht zum Zweck der Selbstverteidigung erworben werden. Außerdem steckt in den Zahlen über die Waffendichte auch eine hohe Dunkelziffer illegaler Waffen. Hierdurch wird die Aussage bezüglich Waffenbesitz und Gewaltkriminalität erheblich verfälscht.

Immerhin zeigt die Auswertung über die Europäischen Verhältnisse einmal mehr, dass eine hohe Waffendichte nicht notwendigerweise in einer hohen Deliktrate resultiert. Immerhin weist Zypern (CY) mit einer für europäische Verhältnisse extrem hohen Waffendichte zugleich die geringste Fallzahl an Gewaltdelikten auf. Wohingegen das United Kingdom (UK) mit einer vergleichsweise geringen Waffendichte eine der höchsten Deliktraten aufweist.

Quellennachweis:

[1] schussendlich: „Amerikanische Verhältnisse“ in: http://volkert.caliber-corner.de/2014/07/25/amerikanische-verhaeltnisse/; Stand: 25.07.2014

[2] gunpolicy.org: „GunPolicy.org Facts Compare gun facts by country“ in: http://www.gunpolicy.org/; Stand: 27.07.2014

[3] Offenes Datenportal der Europäischen Union: „Polizeilich registrierte Kriminalität“ in: http://open-data.europa.eu/de/data/dataset/NdQuOoiTjPM9fpsrnWOBQ; Stand: 27.07.2014

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