Expertenwissen gegen Ideologie – Da gewinnt die Ideologie

Gestern hatte ich unter dem Titel Ein Angriff auf die Jagd über die Initiative JAGDREFORM JETZT berichtet [1]. Dabei hatte ich versucht darzulegen, dass die Tierschutzorganisationen weniger mit sachlichen Argumenten als mit starken Emotionen beim unbedarften der Jagd fernen Publikum punkten. Nun lese ich unter dem Titel „Expertenwissen gegen Ideologie und Pharisäertum“ eine Reaktion des Landesjagdverbandes NRW auf dessen Website [2]. Der Artikel wurde sachlich geschrieben und mit Fakten angereichert. Zwar wird der Artikel an einigen Stellen deutlicher und verwendet auch Begriffe wie „Etikettenschwindel“, „falsche Darstellung“, „falsches Spiel“ und fordert auch eine „gesellschaftliche Diskussion über das Katzenproblem“. Aber insgesamt liest sich dieser Artikel ähnlich spannend und mitreißend wie der Brockhaus in 24 Bänden. Das mag für das adressierte Publikum der angemessene Stil sein nicht aber für die breite Öffentlichkeit. Der LJV ist offenbar der Ansicht nur mit der Unterstützung durch seine Mitglieder und anderen fachkundigen Personen die Jagdreform verhindern zu können. Das wird aber nicht gelingen, da die Initiatoren der JAGDREFORM JETZT eine viel breitere Öffentlichkeit erreicht und obendrein mit reichlich Emotionen die Meinungsbildung steuern kann. Und die Politik wird diesem Meinungsbild folgen, wenn eine entsprechende Mehrheit dahinter steht. Dass auch die Realpolitik von Emotionen einer Meinungsmehrheit auch trotz fehlender Faktenlage und sachlicher Grundlage zu irrationalen Entscheidungen getrieben wird, sollte Jedem klar sein, der die Auswirkungen einer einzelnen Katastrophe im Jahr 2011 auf die deutsche Gesellschaft bewusst erlebt hat. In Folge der Tsunamikatastrophe von Japan (11. März 2011) wurde in Baden-Württemberg eine grün dominierte Landesregierung installiert (27. März 2011) und auf Bundesebene auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bundestagswahl (22. September 2011) ein überhasteter Ausstieg aus der Atomenergie eingeleitet. Das war nur möglich weil die Grünen es verstanden haben die aufgewühlten Emotionen der Menschen durch die schrecklichen Katastrophe von Japan und insbesondere Fukushima geschickt zu instrumentalisieren und für ihre eigenen Zwecke zu nutzen.

Und ebenso werden die Tierschutzverbände mit emotionsgeladenen Botschaften die Diskussion um das Jagdrecht beherrschen.

Der Landesjagdverband NRW sollte sich auch der Emotionen bedienen um die Deutungshoheit zurückzugewinnen. Und in dem Artikel, der so sachlich und nüchtern gestaltet ist lassen sich wie nachfolgend ausgeführt viele gute Anhaltspunkte finden um die Leser und vor allem auch die fachlich unkundigen Leser emotional anzusprechen.

Fütterung in Notzeiten

Hier könnten Bilder von verhungerten und elendig verendeten Wildtieren die Sinnlosigkeit eines generellen Fütterungsverbotes drastisch verdeutlichen.

Kirrverbot bei der Wildschweinbejagung

Hier können Bilder von an Seuchen verendeten Wildschweinen oder sogar die Keulung kontaminierter oder erkrankter Hausschweine die Notwendigkeit der Kirrung belegen.

Das Katzenproblem

Schon heute ekeln sich die meisten Menschen ekeln, wenn die geliebte Hauskatze mit einer erlegten Maus zu Hause aufkreuzen. Für diese Menschen sind Bilder von wildernden Hauskatzen mit kleinen, süßen Vögelchen in den Fängen ein wahrer Horror.

Oder vielleicht reicht auch ein Bild von einem geplünderten Vogelnest mit der Überschrift „Katzen würden Geflügel kaufen“.

Verbot der Baujagd

Hier würden Bilder von katastrophalen Überschwemmungen mit der Botschaft „Heute haben Kaninchen und Bisamratte die Deiche zerstört. Früher hat das Frettchen das verhindert

Verbot der Beizjagd

Ein Bild vom Wanderfalken: „Wanderfalke: Zum Aussterben verurteilt, ebenso wie die Falknerei

Mit solchen einfachen aber emotional berührenden Botschaften und Bildern wird man schon einige Menschen mehr erreichen und vom Sinn der Jagd auch oder gerade in unserer zersiedelten Kulturlandschaft überzeugen.

In einem weiteren Schritt kann man dann noch auf anderen Medienplattformen die Sünden mancher Tierschützer publik machen. Zum Beispiel Holland, wo im vergangenen Jahr rund 500.000 Nonnengänse qualvoll durch vergasen getötet wurden, weil dort die Jagd verboten ist. Oder wie wäre es mit dem Bild eines einsamen Gössel: „Tierschützer haben meine Mama und meinen Papa getötet“? Oder wie wäre es immer und immer wieder darauf hinzuweisen, dass PETA selbst Jahr für Jahr tausende Hunde und Katzen tötet? Auch der NABU hat einigen Dreck am Stecken, darüber hat sogar die TAZ schon berichtet [3]. Solche Storys kann man doch immer wieder medial wirkungsvoll in einschlägigen Foren auch in Anti-Jagdforen zur Diskussion stellen. Was wird dann wohl der eine oder andere Tierschützer aus ehrlicher, idealistischer Überzeugung von seinen Verbänden halten? Vielleicht reift dann auch die Erkenntnis, dass die waidgerechte Jagd das kleinere Übel oder zumindest der sanftere Tod für viele Tiere ist.

Quellennachweis:

[1] Schussendlich: „Ein Angriff auf die Jagd“ in: http://volkert.caliber-corner.de/2014/07/08/ein-angriff-auf-die-jagd/ stand: 08.07.2014

[2] Landesjagdverband NRW: „Expertenwissen gegen Ideologie und Pharisäertum“ in: http://www.ljv-nrw.de/inhalt/ljv/aktuelles/aktuelles/expertenwissen-gegen-ideologie-und-pharisaertum-/6_16826.html Stand: 26.06.2014

[3] Moritz schröder: „Skandal beim Nabu: Im Artenschutz verhungert“ in: http://www.taz.de/!16709/ Stand: 03.05.2008

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