Polizeiliche Kriminalstatistik 2013

Das Bundesministerium des Innern hat heute die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2013 veröffentlicht [1].

Bezüglich der Schusswaffenkriminalität ist auf Seite 10 zu lesen, dass [d]er seit 2003 rückläufige Trend bei der Verwendung von Schusswaffen [...] sich [...] im Berichtsjahr weiter fortgesetzt [hat]“ Während im Jahr 2012 in 5.696 Fällen mit einer Schusswaffe gedroht wurde, waren es im Jahr 2013 nur noch 4.940 Fälle. Dies entspricht einem Rückgang um 13,3 Prozent.

In 5.153 Fällen wurde mit der Waffe geschossen (2012: 5.132 Fälle). Bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung nahm die Zahl der Fälle, in denen geschossen wurde, gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,4 Prozent auf 766 Fälle ab, bei Raubüberfällen war eine geringe Zunahme um 1,4 Prozent auf 146 Fälle zu verzeichnen.

Die Zahl der Raubüberfälle, bei denen mit einer Schusswaffe gedroht wurde, nahm gegenüber dem Vorjahr deutlich um 22,0 Prozent auf 2.467 Fälle ab“.

Im weiteren erfolgt nur noch eine Aufschlüsselung der Delikte nach den Straftaten gegen das Sprengstoff-, das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz. Demnach wurden im Berichtszeitraum 31.440 Straftaten gegen das Waffengesetz und damit ein Rückgang gegenüber dem Jahr 2012 um 1225 Fälle registriert. Hierbei muss beachtet werden, dass bei diesen Straftaten nicht notwendigerweise scharfe Schusswaffen erfasst werden. Unter diesen Straftaten werden vor allem das Führen von Messern und anderen gefährlichen Gegenständen sowie deren Verwendung bei Straftaten erfasst. Hinzu kommen noch 500 Straftaten gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Das sind insgesamt 80 Fälle weniger als im Jahr 2012.

Bei der Deliktgruppe Mord und Totschlag wird mit 2.122 Fällen ein Rückgang um 4 Fälle gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Es fällt auf, dass in dieser PKS die Deliktgruppe Mord und Totschlag nicht weiter bezüglich dem Einsatz von Schusswaffen als Tatwerkzeug aufgeschlüsselt wird. Leider wird hierfür auch keine Erklärung gegeben. Damit lässt sich keine Aussage darüber machen, wie sich im Berichtszeitraum die Deliktrelevanz von Schusswaffen gegenüber dem Vorjahr entwickelt hat. Hier ist man deshalb auf Mutmaßungen angewiesen. Ob nun die entsprechende Deliktrelevanz verschleiert werden soll oder die Deliktrelevanz so gering ist, dass es sich nicht mehr lohnt diese gesondert auszuweisen, darüber kann man nur leider nur Mutmaßungen anstellen. Allerdings wurden bereits 1963 bis 1970 in der PKS Schusswaffendelikte gegen Leib und Leben nicht mehr explizit ausgewiesen, da die entsprechenden Deliktzahlen zu gering waren. Vergleiche auch [2].

Nachtrag vom 05.06.2014 Die Aufschlüsselung der Zahlen für die Straftaten gegen das Leben (Mord und Totschlag) nach Schusswaffeneinsatz liegt doch vor. Diese Zahlen sind zwar in der PKS entfallen, wurden dennoch erfasst [3].
PKS_2013_Excel-Tabelle Aufschlüsselung der Gewalttaten unter Verwendung von Schusswaffen

PKS_2013_Excel-Tabelle
Aufschlüsselung der Straftaten gegen das Leben unter Verwendung von Schusswaffen
Quelle: Bundesministerium des Innern [3]

Demnach ist es so, dass in Bezug auf Strafdaten gegen das Leben in 2013 bei insgesamt 2.951 registrierten Fällen 9 mal gedroht und 142 mal geschossen wurde. Zum Vergleich im Berichtszeitraum 2012 wurden ebenfalls 142 Fälle (geschossen) ausgewiesen [4]. Damit hat sich die Delikthäufigkeit nicht geändert. Bei diesen Deliktfällen muss beachtet werden, dass hier nicht zwischen behördlich registrierten und illegalen Waffen unterschieden wird. Auch wird nicht unterschieden, ob es sich dabei um Waffen von Privatpersonen oder von Behördenvertretern handelte.  Interessant dürfte noch das Bundeslagebild zur Waffenkriminalität sein, denn darin wird eine Gesamtbewertung aller Delikte mit Waffen gegeben und auch Handlungsempfehlungen abgeleitet. Erfahrungsgemäß ist mit dem Bundeslagebild erst im Herbst zu rechnen. Danksagung: Vielen Dank an Katja Triebel für den Hinweis auf die Exceltabelle [3]. .

Quellennachweis:

[1] Bundesministerium des Innern: „Polizeiliche Kriminalstatistik 2013“ in:

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Nachrichten/Pressemitteilungen/2014/06/PKS2013.pdf?__blob=publicationFile; Stand: Mai 2013

[2] volkert: „Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik 1953 bis 2010“ in: http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/9/9b/Analyse_Polizeilichen_Kriminalstatistik.pdf; Stand: 30.04.2012

[3]Bundesministerium des Innern: tb01__FaelleGrundtabelle__excel.xls in:  http://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2013/Standardtabellen/Faelle/tb01__FaelleGrundtabelle__excel,templateId=raw,property=publicationFile.excel/tb01__FaelleGrundtabelle__excel.xls; Stand:  24.01.2014

[4] Bundeskriminalamt: "Bundeslagebild 2013 Waffenkriminalität" in: http://www.bka.de/nn_241568/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Waffenkriminalitaet/waffenkriminalitaetBundeslagebild2013,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/waffenkriminalitaetBundeslagebild2013.pdf; Stand: 06.12.2013

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