Sportmordwaffenpropaganda

Schon vor geraumer Zeit wurde ich auf eine Plakataktion des allseits bekannten Antiwaffen-Lobbyisten Roman Grafe aufmerksam. Seit Herbst 2013 verbreitet Roman Grafe unter dem Titel „Tödliches Spielzeug“ eine Plakatausstellung als Beleg für den „Irrsinn deutscher Sportwaffen“ [1]. Diese Plakatausstellung wurde als Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2013, wonach das Waffenrecht verfassungsgemäß ist, initiiert. Für €30,– kann man diese Plakate sogar erwerben und damit eigene Ausstellungen veranstalten. Dieser Betrag erscheint doch reichlich hoch gegriffen, wenn man die Faktenqualität dieser Plakate berücksichtigt. Freundlich ausgedrückt wurden einmal mehr in gewohnter die Realitäten verzerrender Weise Halbwahrheiten, Fiktion zu einem billigen Propagandawerk zusammengefügt. Als besonders dreiste Propaganda ist das folgende Bild [1] aus der Plakatsammlung zu bezeichnen:

MG3 aus Plakataktion Sportmordwaffen

MG3 aus Plakataktion Sportmordwaffen Quelle: www.sportmordwaffen.de

 

Dieses Bild zeigt ein Maschinengewehr (vermutlich ein MG3) mit eingelegtem Patronengurt und im Hintergrund einen Stapel Munitionskisten. Aus der Bildunterschrift ist zu entnehmen, dass es sich um eine beschlagnahmte Waffe und Munition eines Sportschützen handelt. Dem unbedarften Betrachter, der Informationen über Waffen und Waffenrecht in Deutschland bestenfalls aus den heutigen Qualitätsmedien erhält muss sich damit ein katastrophal falscher Eindruck ergeben. Dieser unbedarfte Betrachter wird davon ausgehen müssen, dass Sportschützen tatsächlich der Besitz und Umgang mit solchen Kriegswaffen erlaubt ist. Und damit hätte die Propagandaaktion des Herrn Grafe das Missionsziel erreicht eine Atmosphäre des Misstrauens gegenüber unbescholtenen Legalwaffenbesitzern zu schaffen und den Schießsport in ein denkbar ungünstiges Licht zu stellen.

Was Herr Grafe verschweigt sind die entscheidenden Fakten. Tatsächlich wurde in 2012 ein Mann aus Viernheim von einem Gericht wegen des Besitzes zahlreicher Schusswaffen (Pistolen, Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Maschinengewehre) und der dazugehörigen Munition abgeurteilt. Tatsächlich war dieser Mann einmal Mitglied eines Schützenvereins. Was Herr Grafe jedoch zu erwähnen versäumt hat ist die Tatsache, dass der Verurteilte keine einzige Erlaubnis für den Besitz von Schusswaffen besaß und diese Waffen sich damit nicht legal in dessen Besitz befanden [2]. Offenbar geht Herr Grafe davon aus, dass jemand der irgendwann einmal in einem Schützenverein war automatisch Zeit seines Lebens ein Sportschütze ist. Ich war in meiner Jugendzeit auch einmal in einem Segelflugverein. Allerdings bin ich damit noch lange kein Segelflieger. Auch verschweigt Herr Grafe dass die beschlagnahmten Waffen in ihrer Mehrzahl Kriegswaffen sind für die es in Deutschland für Privatpersonen, auch wenn sie Sportschützen sind, keine behördliche Erlaubnis gibt. In der perfiden Verdrehung der Tatsachen ähneln diese Plakate in der Machart den Werken des Propagandachefs der UdSSR Andreij Schdanow und sind damit in keinster Weise für eine ehrliche Aufklärung der Öffentlichkeit geeignet.

 

Quellennachweis:

[1] Roman Grafe: „Plakat-Ausstellung „Tödliches Spielzeug““ in: http://www.sportmordwaffen.de/plakatausstellung.html; Stand 11. Oktober 2013

[2] LAW (echo online) „Waffennarr hortet Munition unterm Bett“ in: http://www.echo-online.de/region/bergstrasse/bensheim/Waffennarr-hortet-Munition-unterm-Bett;art1233,3441825 ; Stand: 27. November 2013

 

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