World’s First Entirely 3D-Printed Gun :: Teil III

Wie bereits im März berichtet wurde in den USA von Tüftlern die erste Schusswaffe vollständig mit einem 3D-Drucker produziert [1]. Von vielen Seiten wurde die Funktionsfähigkeit einer aus Kunststoff im 3D-Drucker gefertigten Schusswaffe bezweifelt. Tatsächlich scheint es zweifelhaft, dass eine Pistole aus Kunststoff sowohl dem Druck, als auch der Hitzeentwicklung einer internen Explosion standhält. Wie eine Dokumentation des BBC belegt, kann diese in einem industriellen 3D-Drucker hergestellte Schusswaffe tatsächlich Munition vom Kaliber .22 verschiessen [2]. Dennoch werden immer wieder Zweifel an der Funktion einer solchen Waffe und der Authentizität der Aufnahmen angemeldet.

Schusswaffen aus dem 3D-Drucker

Schusswaffen aus dem 3D-Drucker

Nun hat die CT-Redaktion in Zusammenarbeit mit Radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg den Versuch unternommen eine solche Schusswaffe mit einem einfachen 3D-Drucker herzustellen, der auch für Privatanwender erschwinglich ist [3]. Da in Deutschland die Herstellung von Schusswaffen nur mit behördlicher Genehmigung erlaubt ist haben die Journalisten für diesen Test mit einem Büchsenmachers zusammengearbeitet. Wie der Büchsenmacher bestätigt, funktioniert die Herstellung der Schusswaffe aus dem Drucker erschreckend gut und besitzt Potential [4]. Beim Test auf dem Schießstand versagt diese Waffe jedoch kläglich. Kein einziger Schuss kann abgegeben werden. Das liegt aber ganz einfach nur daran, dass die billigen Drucker wie diese heute für den Privatanwender erschwinglich sind allgemein Probleme mit der Maßhaltigkeit der Bauteile haben, da diese sich beim Abkühlung durch thermische Spannungen verziehen. Dieses Problem besteht bei höherwertigen 3D-Drucker für den industriellen Einsatz nicht mehr. Es ist jedoch absehbar, dass mit der Weiterentwicklung der 3D-Drucker auch für den Heimanwender bald preisgünstige Geräte zur Verfügung stehen werden die maßhaltige Bauteile produzieren können. Für diesen Fall machen sich die Polizeibehörden schon heute ernsthafte Gedanken wie bereits die Reporterin des BBC erklärte [3].

Nachtrag 06.10.2013

Von einem Leser wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass bereits halbautomatische Schusswaffen im Kaliber .22lr gedruckt werden können. Ein entsprechendes Modell „The Brick“ ist auf DEFCAD einer Suchmaschine für 3D-Druck Modelle zu finden [5]. Anhand der Bilder ist zu vermuten, dass hierbei wesentliche Teile im Sintermetall-Verfahren gedruckt wurde. Dieses Verfahren ist für den privaten Hobbyanwender auf Grund der hohen Gerätekosten aktuell noch nicht erschwinglich. Jedoch belegt dieses Beispiel m.E. mehr als deutlich, dass die Einschätzung des Büchsenmachers stimmt, dass diese Herstellungsmethode Potential hat.

Quellennachweis:

[1]Volkert: „World’s First Entirely 3D-Printed Gun :: Teil III“ in http://volkert.caliber-corner.de/2013/05/07/worlds-first-entirely-3d-printed-gun-teil-ii/; Stand 07.05.2013

[2] BBC News; “3D printed gun fires a bullet”; http://www.youtube.com/embed/vosWsc15re4?feature=player_embeddedframeborder=0allowfullscreen; Stand 07.05.2013

[3] PEK – heise.de „Auf dem Schießstand: Die Pistole aus dem 3D-Drucker“ in http://www.heise.de/hardware-hacks/meldung/Auf-dem-Schiessstand-Die-Pistole-aus-dem-3D-Drucker-1972516.html; Stand 04.10.2013

[4] RBBradioeins: „Die Pistole aus dem Drucker“ in http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=GN_XCo7h-Fg; Stand 04.10.2013

[5] DEFCAD/FOSSCAD: „Semi-Automatic (Rimfire) Printable Firearm in .22lr [The Brick]“ in https://defcad.com/cad_objects/fosscad-semiautomatic-rimfire-printable-firearm-in-22-lr; Stand 06.10.2013

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