Dürfen an Minderjährige Waffenkataloge ausgegeben werden?

Vermutlich wird schon fast Jeder einmal auf der Suche nach bestimmten Themen im Web auf den Webseiten von gutefrage.net [1] einer Ratgeber-Community für gute Fragen und hilfreiche Antworten zu allen möglichen Themen gestoßen sein. Unlängst bin auch ich auf der Suche nach Waffenkatalogen auf dieser Seite gelandet und dabei über das Thema „Dürfen an Minderjährige Waffenkataloge ausgegeben werden?“ gestolpert [2]. Offenbar hat ein 13-Jähriger von einem Waffengeschäft einen Katalog mit bildlichen Darstellungen von Schusswaffen erhalten. Darüber ist die Mutter offenbar derart schockiert, dass sie sich bei gutefrage.net Rat einholen möchte, wie sie ihren Sprössling vor den schädlichen Auswirkungen durch den Katalog bewahren und gegen den Ladeninhaber vorgehen kann. Denn ihrer Meinung nach geht offenbar schon allein von dem Katalog und den darin abgebildeten Schusswaffen eine reale Gefahr aus, die dazu führt, dass sie ihren Sprössling und dessen Wahrnehmung des Themas negativ beeinflussen wird.
Waffenhysterie

Waffenhysterie

Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass hierzulande viele Menschen schon allein bei bildlichen Darstellungen von Schusswaffen in Panik geraten und um das seelische Wohl und die körperliche Unversehrtheit ihrer Kinder und Mitmenschen besorgt sind. Auch in einigen Zuschriften an die verzweifelte hoblophobe Mutter lässt sich eine gehörige Portion Hysterie feststellen. Zum Beispiel, wenn ein besorgter Zeitgenosse antwortet, dass „Waffenbesitz für Jugendliche untersagt ist, und man deshalb Kindern auch keine entsprechenden Werbematerialien geben darf. Denn das wäre schlicht verantwortungslos.“ In diesem Sinn stellt sich mir die Frage ob Jugendlichen nicht auch das Fernsehen untersagt werden muss, denn immerhin werden zum Teil schon im Vorabendprogramm Krimis und andere Filme mit gewalttätigen Inhalten und jeder Menge Schusswaffen dargeboten. Wie muss Kindern und Jugendlichen erst das tägliche Fernsehprogramm die Wahrnehmung des Themas negativ beeinflussen? Denn im Gegensatz zur einfachen bildlichen Darstellung im Waffenkatalog werden im Fernsehen darüber hinaus die konkreten, fatalen Wirkungen solcher Waffen in häufig gewaltverherrlichender Weise in realitätsnahen und bewegten Bildern dargestellt. Vielleicht sollte man aber auch gleich solche Filme verbieten, denn schließlich könnten auch Erwachsene durch solche medialen Eindrücke ernsthaften Schaden nehmen. Andererseits stelle ich mir die Frage weshalb ich als 13-Jähriger durch den Besitz eines Matchgewehrs Diana 75 in meiner seelischen, emotionalen und geistigen Entwicklung nicht negativ beeinflusst wurde. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass meine Eltern hysterisch reagiert hätten, als ich mit 12 Jahren unbedingt dem Schützenverein beitreten wollte. Was ist seit der Zeit vor 40 Jahren geschehen, dass einige Mitmenschen geradezu panisch reagieren, allein schon wenn sie wie im oben geschilderten Fall mit Bildern von Schusswaffen konfrontiert werden? Eine Antwort auf diese Frage lautet: Es hat seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine langsame über Jahrzehnte andauernde Konditionierung der Menschen durch bewusst oder unbewusst falsche Darstellung der Fakten über Waffen und Waffenkriminalität stattgefunden. Dieser Prozess wurde von bestimmten politischen Interessen mit dem Ziel vorangetrieben jeglichen privaten Besitz von Schusswaffen zu verbieten. Dabei werden Waffenbesitzer zwar unterschwellig mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung vorsätzlich diffamiert und diskreditiert [3]. Wie sonst lässt es sich erklären, dass Verbrechen die durch Sportschützen mit legalen Schusswaffen begangen werden in fast allen Medien über Wochen, Monate oder sogar Jahre detailliert breitgetreten werden, wohingegen im Vergleich hierzu Tötungsdelikte durch Kriminelle mit illegalen Waffen nahezu unbeachtet unbeachtet bleiben? Die Auswirkungen jener Konditionierung durch die Waffengegner sind zum Beispiel, dass Mütter in Panik geraten, wenn ihre heranwachsenden Kinder Interesse an einem Waffenkatalog entwickeln. Vermutlich wird die arme Mutter endgültig an der geistigen Zurechnungsfähigkeit ihres Sprösslings zweifeln, wenn dieser den Wunsch äußern sollte einem jener dubiosen Schützenvereine beizutreten von denen man ja aus verschiedenen Berichten weiss, dass dort Menschen zum Töten mit der Schusswaffe ausgebildet werden. Quellennachweis: [1] http://www.gutefrage.net/ [2] Gundaluch: "Dürfen an Minderjährige Waffenkataloge ausgegeben werden?" in http://www.gutefrage.net/frage/duerfen-an-minderjaehrige-waffenkataloge-ausgegeben-werden; ; Stand 13.11.2010 [3] Gerhard Zastrow: „Das Töten geht weiter“, 2012Books on Demand; ISBN: 978-3-8448-9602-2
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