Eidgenössisches Feldschiessen

Ursprünglich veröffentlicht am 23. Juli 2013 Feldschiessen Das Eidgenössische Feldschiessen wird vom Schweizer Schiesssportverband(SSV)  wohl zu Recht als das größte Schützenfest der Welt bezeichnet. Jedes Jahr ist es eine Ehrensache für hunderttausende Schweizer landesweit an diesem Ereignis teilzunehmen. Das Feldschiessens wurde ursprünglich als Konsequenz der schlechten Schiessresultate vieler Wehrmänner beim Obligatorischen Schiessen eingeführt. Das „Obligatorische“ findet jährlich statt und die Teilnahme ist für alle Wehrmänner verpflichtend. Zur ständigen sportlichen Institution wurden das Feldschiessen mit der Gründung des Schweizer Schiesssportverbandes im Jahr 1899 welcherum die Jahrhundertwende verbindliche Regeln für die Durchführung des Wettschiessen schuf. [1] Heute ist das Feldschiessen ein Großereigniss. In allen Kantonen finden Wettkämpfe im sportlichen Schiessen mit den Dienstwaffen der Schweizer Armee statt. Geschossen wird mit dem Gewehr auf 300m und mit der Pistole auf 25m. Teilnehmer an diesem sportlichen Ereignis sind nicht nur Wehrmänner, sondern auch viele Frauen und Jugendliche. Die jüngsten Teilnehmer sind gerade mal 11 Jahre alt und schießen bereits mit dem Stgw 90 vom Papa. Für deutsche Staatsbürger, insbesondere solche die in Schusswaffen nur das Mordinstrument für angehende Amokläufer erkennen wollen, muss diese Tatsache wohl zu schlaflosen Nächten führen. Selbst für mich als Sportschütze der von früher Jugend an Umgang mit Waffen hatte bietet das Feldschiessen erstaunliche Eindrücke, die quasi wie aus einer anderen Welt wirken. Es ist für mich geradezu eine Offenbarung wie selbstverständlich die Schweizer mit Schusswaffen umgehen. Viele Teilnehmer kommen mit geschultertem Karabiner oder Sturmgewehr zum Schießplatz. An allen Ecken stehen Menschen mit ihren Gewehren vom guten alten Karabiner 31 über das Stgw 57 bis zum Stgw 90 herum, teilweise werden diese Waffen auch einfach irgendwo im Festzelt abgelegt und kaum beachtet. Für die einschlägigen Waffengegner aus Deutschland müssen solche Bilder sicher zu akuten Panikattacken und der allfälligen Forderung nach strikteren Waffengesetzen führen. Und trotz der vielen bewaffneten Menschen herrscht eine angenehm gelassene und zugleich fröhliche Stimmung. Auch das Schiessen selbst ist für einen deutschen Schützen wie ich es bin ein geradezu befreiendes Aha-Erlebnis, denn das Feldschiessen ist wortwörtlich zu verstehen; geschossen wird auf offenem Feld ohne Sichtblenden oder seitliche Kugelfänge. Lediglich hinter den Zielscheiben wurde ein Kugelfang aufgeschüttet. In einiger Entfernung hinter diesem Kugelfang lag dann bereits die nächste Ortschaft im Sichtfeld der Schützen und dennoch kam es in der gesamten Schweiz auch dieses Jahr zu keinem einzigen Schaden oder Verletzten durch Schusswaffen. Video Feldschiessen_klein (.wmv ca. 1,8 MB)  Quellennachweis: [1] Homepage des SSV; http://www.swissshooting.ch/desktopdefault.aspx/tabid-141/144_read-5120/  
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