Ein Schuss in den Ofen: Teil II

Ursprünglich veröffentlicht am 3. September 2013

Wie bereits vor Kurzem berichtet beurteilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) das Nationale Waffenregister als Schuss in den Ofen, da von den über 500 Waffenbehörden fehlerhafte Daten übermittelt wurden. In der Semptemberausgabe der Gewerkschaft der Polizei „Deutsche Polizei“ wurde dieses Einschätzung der GdP konkretisiert [2].

ert Nationales Waffenregister

ert Nationales Waffenregister

Bereits die bei den örtlichen Waffenbehörden vorliegenden Daten seien häufig fehlerhaft gewesen. So seien beispielsweise Zulassungsnummern von Leuchtpistolen als Seriennummern eingetragen worden. Damit sind nun im NWR eine ganze Reihe amtlich genehmigter Waffen mit identischer Seriennummer eingetragen. Bei einer entsprechenden Abfrage der Seriennummer werden deshalb dutzende Treffer mit der selben Nummer aber unterschiedlichen Besitzern ausgegeben. Nicht genug dieser Fehler, die zum Teil fehlender Fachkenntnis der Sachbearbeiter der jeweiligen Waffenbehörden geschuldet sind haben sich bei der Übertragung der Datenbestände zusätzliche Fehler eingeschlichen. Diese entstanden durch den ungeheuren Zeitdruck mit dem das Projekt NWR vorangetrieben wurde aber auch dem Einsatz von Mitarbeitern anderer Verwaltungsbehörden als vorübergehende Hilfskräfte um die Daten einzugeben. Diesen Aushilfskräften fehlten natürlich jegliche waffentechnische Fachkenntnisse. Der Autor des Artikels kommt zu dem Fazit, dass die Waffenbesitzer energisch auf korrekte Eintragungen beharren müssten, um Fehler im NWR zu verhindern, denn sonst droht „dieses Superhirn des legalen Waffenbesitzes wertlos zu werden“.

Meines Erachtens werden die meisten Waffenbesitzer gar nicht wissen, dass ihre angemeldeten Waffen fehlerhaft eingetragen wurden. In der Regel werden sie erst dann Kenntnis über fehlerhafte Eintragungen erhalten, wenn sie z.B. im Zuge einer Fahndung plötzlich ins Visier der Polizeibehörden geraten. Eine andere Möglichkeit wäre es natürlich, wenn die Waffenbesitzer solchen unangenehmen Folgen zuvor zu kommen, indem sie durch ein Auskunftsersuchen nach §19 BDSG die eingetragenen Daten kontrollieren und bei Bedarf die Korrektur einfordern. Leider scheint das Bundesverwaltungsamt mit solchen Anfragen zur Selbstauskunft nicht vertraut zu sein. Wie sonst kann man es sich erklären, dass in einem solchen Fall eine beglaubigter Nachweis zur Identität des Antragstellers verlangt wird (siehe Bild unten)?

Selbstauskunft

Weitere Informationen zum Thema sind auch bei der German Rifle Association [3] und im Diskussionsforum von Gunboard.de zu finden [4].

Quellenachweis:

[1] Volkert: „Ein Schuss in den Ofen“ in: http://volkert.caliber-corner.de/2013/08/14/ein-schuss-in-den-ofen/; Stand14.08.2013

[2] Wolfgang Dicke: „Nationales Waffenregister (NWR) wird zum „Schuss in den Ofen“ in Deutsche Polizei – Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei, September 2013; http://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/dp201309/$file/DP_2013_09.pdf

[3] Marc Schieferdecker: „Polizeigewerkschaft übt scharfe Kritik am Nationalen Waffenregister (NWR)“ in http://german-rifle-association.de/W3WO6; Stand: 03.09.2013

[4] Gunboard.de “Sammelthread: Fehler beim NWR” in http://waffenlobby.info/gb_vb/showthread.php?t=74438

 

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