Klappe halten!

Heute wurde ich durch die Mailingliste der AG Waffenrecht auf einen Zeitungsartikel aus Bayern aufmerksam. Unter dem Titel "So wird Bayern langsam abgeschafft" [1] wird darüber berichtet, dass der Pfarrgemeinderat in Bad Endorf beschlossen hat den Gebirgsschützen Bad Endorf/Chiemgau zur Fronleichnamsprozessionen das Tragen von Karabinern zu verbieten. Gebirgsschützen2 Dazu muss man wissen, dass traditionsgemäß seit dem 14. Jahrhundert Gebirgsschützenkompanien als eine den bayerischen Staat tragende und dem Katholizismus verpflichtete Institution in zahlreichen Gemeinden zu Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und vor allem zu Sebastiani in Montur und mit historischen Waffen aufmarschieren und an den Prozessionen teilnehmen. Nun hat der in Pfarrgemeinderat Bad Endorf einseitig beschlossen, dass „eine öffentliche Zurschaustellung von Waffen [...] unzeitgemäß [sei]". Diese Ansicht erinnert sehr an die Argumentation von G. Zastrow [2] , demgemäß Waffenbesitz und das sportliche Schießen ebenfalls unzeitgemäß seien. Dies sind in Deutschland leider keine Einzelmeinungen mehr. Es gibt in Deutschland wieder eine Zensur. Menschen mit vom Mainstream abweichenden Interessen und Hobby oder gar kritischen Meinungen werden immer häufiger ausgegrenzt und an den Rand der Gesellschaft gestellt. Das funktioniert sogar ohne staatlichen Zwang. Denk- und Sprechverbote beherrschen die öffentlichen Debatten. Im öffentlichen Raum findet in diesem Land einmal mehr Zensur statt. Eine Zensur die sich im Schweigen manifestiert. Ursächlich ist die so genannte Political Correctness. Die Political Correctness bestimmt was in der Öffentlichkeit gesagt und gedacht werden darf. Dabei bedient sich die Political Correctness der Techniken Neusprech, um die Vielfalt der Gedanken zu verringern und Gutdenk, welche das richtige Denken definiert, das Diejenigen bestimmen, bei denen die Deutungshoheit liegt. Und die Deutungshoheit liegt bei den Medien. Die Medien bestimmen was als vorherrschende Meinung wahrgenommen wird. „Viele Journalisten und Medienschaffende billigen das bewusste Hochspielen von Informationen, die ihre eigene Sichtweise stützen […]. Dabei ist es gar nicht mehr wichtig, ob eine abweichende Meinung richtig oder falsch ist, weit wichtiger ist, ob sie moralisch gut oder schlecht ist […]. [Damit] entwickeln sich in der Gesellschaft [Tabus]. Ihr Sinn ist die Disziplinierung Anderer durch Angst vor der sozialen Isolation […]. Dass diese Zensur funktioniert, liegt an der Angst der Menschen vor der sozialen Isolation. Keiner will in einer Gruppe oder der Gesellschaft außen stehen". [3]. Diese Entwicklung wird auch in dem Buch „Das Töten geht Weiter“ [2] beschrieben und als Empfehlung für alle, die sich dem Kampf gegen den privaten Waffenbesitz verschrieben haben an die Hand gegeben: „Alle Menschen guten Willens können […] dazu beitragen, den Waffenkult allmählich aus unserer Gesellschaft zu verdrängen. […] Langfristig […] verschwindet der Waffenkult aus den Köpfen und wird nur noch dort präsent sein, wo er hingehört – am Rand unserer Gesellschaft“. So funktioniert Political Correctness, indem alle Menschen guten Willens die anderen Menschen, die ja nicht guten Willens sein müssen, ausgrenzen und an den Rand der Gesellschaft drängen. Und genau das versuchen nun gerade die Mitglieder der Pfarrgemeinde in Bad Endorf. Natürlich wird das nicht so ausgedrückt. Vielmehr wird betont, dass die Zurschaustellung von Waffen nicht mehr zeitgemäß ist. Und was nicht mehr zeitgemäß ist haben eben mal die Menschen guten Willens festgelegt und können sich dabei ihrer eigenen moralischen Überlegenheit gewiss sein. So argumentiert auch eine Pfarrverbandsrätin : „Eine öffentliche Zurschaustellung von Waffen sei [...] unzeitgemäß [...]“. Und wie so häufig, wenn es an logisch nachvollziehbaren Argumenten fehlt werden Kinder vorgeschoben: „Was ist das denn für ein Signal an die Kinder [...]?" Dadurch wird wieder einmal mehr der moralische Kontext hergestellt. Wenn wir -  die anderen Menschen - nicht zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden wollen, dürfen wir nicht weiter nachgeben und an den Rand zurückweichen. Wir müssen selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten und für unsere Hobbys und Interessen einstehen. Nur so kann die schweigende Mehrheit erkennen, dass Schützen und andere Waffenbesitzer keine sinisteren, randständige Gestalten, sondern ganz normale Bürger aus der Mitte der Gesellschaft sind. Quellennachweis: [1] Rosenheim24de; "So wird Bayern langsam abgeschafft" http://www.rosenheim24.de/rosenheim/chie...35523.html; Stand 23.04.2013 [2] G. Zastrow; „Das Töten geht weiter – Plädoyer gegen privaten Waffenbesitz“ Books on Demand 2012 [3] www.focus.de; „Political Correctness KLAPPE ZU!“ http://www.focus.de/finanzen/news/political-correctness-klappe-zu_aid_908582.html Stand: 30.01.2013 [4] OVB online; „Schützen sollen Waffen strecken“; http://www.ovb-online.de/rosenheim/schuetzen-sollen-waffen-strecken-2835006.html; Stand 27.04.2013
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